Natürlich - Mauersegler

Zurück in die Amisiedlung

Webbericht zur Beobachtung 2026


Auch dieses Jahr haben wir wieder Besuch von einer Mauerseglekolonie in der Amisiedlung.





Mauersegler am Haus – Fütteranflüge und Jungvogel an der Brutstelle

Die­ser Be­richt bün­delt Be­ob­ach­tun­gen aus un­se­rem Vi­deo mit kom­pak­ten Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­o­nen zur Le­bens­wei­se, zum Zug­ver­hal­ten, zum Schla­fen im Flug und zur Mel­dung ei­ner Brut­stel­le an den Na­tur­schutz. Es wur­den meh­re­re Nist­plät­ze in der Sied­lung iden­ti­fi­ziert und do­ku­men­tiert. (BUND Naturschutz in Bayern e.V.)

Art: Mauersegler (Apus apus)

Brutplatz: Typisch sind Spalten und Hohlräume an hohen Gebäuden, oft im Bereich von Dach und Fassade.

Nestling Kopf oder Gefieder sichtbar Nestling - Heller Punk Kopf oder Gefieder (siehe Video)

Besonderheit: Fast das gesamte Leben spielt sich in der Luft ab; feste Untergründe werden vor allem zum Brüten und zur Jungenaufzucht genutzt.

Beobachtung am Brutplatz:
Das Video zeigt zwei besonders aussagekräftige Verhaltensweisen: wiederholte Fütteranflüge einer Gruppe Mauersegler und einen Jungvogel, der unter dem Dachbalken aus der Brutnische herausschaut. 

Lebensweise:
Mauersegler sind extrem an das Leben in der Luft angepasst. Nahrung, Nistmaterial und weite Teile des Sozialverhaltens finden im Flug statt; nur zur Brut und zur Versorgung der Jungen nutzen sie feste Standorte an Gebäuden oder anderen Strukturen.

Typische Merkmale:

  • Lange, sichelförmige Flügel und kurzer gegabelter Schwanz.
  • Jagd auf fliegende Insekten meist in höheren Luftschichten, bei schlechtem Wetter auch tiefer.
  • Brut oft in Kolonien an hohen Gebäuden, in Spalten, Mauernischen oder unter Dächern.
  • Rückkehr an denselben Brutplatz in den Folgejahren ist typisch.

Brut und Aufzucht:

  • In Deutschland liegt die Brutzeit je nach Witterung ungefähr zwischen Mai und Anfang August.
  • Meist werden zwei bis drei Eier gelegt.
  • Die Nestlingszeit liegt in normalen Jahren etwa bei sechs Wochen und ist stark vom Wetter abhängig.
  • Jungvögel können bei längeren Schlechtwetterphasen ihren Energieverbrauch stark senken.

Flugroute und Zug

Der Mauersegler ist ein Langstreckenzieher. Er brütet in Europa und überwintert in Afrika südlich der Sahara; der Heimzug beginnt im Frühjahr, der Wegzug aus Mitteleuropa meist schon ab Mitte Juli bis Anfang August.

Frühjahr: Rückkehr aus Afrika zu den bekannten Brutplätzen, oft ab Anfang Mai.
Sommer: Brutgeschäft, Fütterung der Jungen und enge Bindung an die Brutnische.
Hochsommer: Abzug aus Mitteleuropa häufig bereits zwischen Mitte Juli und Anfang August.
Überwinterung: Aufenthalt in Afrika südlich der Sahara.

Schlafen im Flug

Eine der faszinierendsten Eigenschaften des Mauerseglers ist das Ruhen beziehungsweise Schlafen in der Luft. Beschrieben wird kein tiefer Schlaf wie beim Menschen, sondern eher ein gleitendes Dösen in großer Höhe.

Wie das funktioniert
Mauersegler steigen zum Ruhen in große Höhen auf, nutzen Thermik und gleiten anschließend langsam ab. Nach dem Höhenverlust steigen sie erneut auf; so entsteht ein wiederkehrendes Muster aus Tragenlassen und Gleitflug.

Warum das möglich ist
Der Körperbau ist stark auf ausdauernden Flug ausgelegt. Nicht brütende Tiere und Jungvögel können dadurch sehr lange ohne Landung in der Luft bleiben, während Brutvögel wegen der Versorgung des Nachwuchses regelmäßig zum Nest zurückkehren.


✎  2026-07-12  ludwich/gabi/HM


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